Festplatte partitionieren, formatieren und mounten

Eine neue Festplatte braucht eine Partition, muss mit einem Dateisystem formatiert sein und soll permanent gemountet werden. Dieses Tutorial beschreibt das Prozedere auf Linux/Debian mit »ext3« als Dateisystem.

Zuerst schauen wir uns die vorhandenen Festplatten an. Im folgenden Beispiel wurde eine dritte Festplatte in einen Server eingebaut, welche erwartungsgemäß als »/dev/sdc« gelistet wird:

# fdisk -l

Disk /dev/sda: 249.5 GB, 249510756352 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 30334 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x00089fb9

Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sda1   *           1        4864    39061504   83  Linux
/dev/sda2            4864       12158    58593280   83  Linux
/dev/sda3           12158       24316    97655808   83  Linux
/dev/sda4           24316       30273    47850497    5  Extended
/dev/sda5           24316       29179    39061504   83  Linux
/dev/sda6           29179       30273     8787968   82  Linux swap / Solaris

Disk /dev/sdb: 249.5 GB, 249510756352 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 30334 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x0001390d

Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sdb1               1       26747   214842368   83  Linux

Disk /dev/sdc: 999.7 GB, 999653638144 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 121534 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x00000000

Disk /dev/sdc doesn't contain a valid partition table

Zuerst muss diese Festplatte partitioniert werden:

# fdisk /dev/sdc

Im »fdisk«-Menü drücken Sie »n« für »add new partition«; wenn Sie die Partition als primäre Partition anlegen möchten, drücken sie »p« für »primary«; wenn es die erste Partition auf der Festplatte ist, drücken Sie »1«. Um Ihre Eingaben zu überprüfen, drücken Sie »p« für »print partition table«; sind Ihre Eingaben in Ordnung, drücken Sie »w« für »write table to disk and exit«. Im Anschluss daran steht Ihnen die Partition »/dev/sdc1« zur Verfügung.

Jetzt schreiben Sie das Dateisystem auf diese Partition:

# mkfs.ext3 /dev/sdc1

Danach können Sie die fertige Festplatte im System mounten:

# mount /dev/sdc1 /pfad/zum/mountpoint

Um diese Festplatte bzw Partition beim Systemstart automatisch einzuhängen, müssen Sie diese in der Datei »/etc/fstab« eintragen:

/etc/fstab

.
.
.
/dev/sdc1 /pfad/zum/mountpoint ext3 rw,user 0 0

Es ist jedoch problematisch die Partition mit ihrer Gerätedatei in der »/etc/fstab« anzusprechen, weil diese Bezeichnungen nicht immer fest an einer Stelle bleiben, sondern der Reihe nach vergeben werden. Das bedeutet, wenn Sie zB drei Festplatten im System haben, werden diese beim Booten des Systems der Reihe nach mit »/dev/sda«, »/dev/sdb« und »/dev/sdc« initialisiert. Fällt nun die zweite Platte »/dev/sdb« aus dem System heraus und das System hat nunmehr nur noch zwei Platten, werden diese mit »/dev/sda« und »/dev/sdb« benannt. Die Platte, die zuvor noch »/dev/sdc« gewesen ist, ist nun »/dev/sdb«. Das kann für Verwirrung sorgen aber auch im Desaster enden, deshalb ist es eine gute Idee, die Festplatten zumindest bei automatisierten Vorgängen wie durch die »/etc/fstab« nicht mit ihrer Gerätedatei anzusprechen sondern mit ihren »Universal Unique Identifier« (UUID)

Die »UUID« der Festplatten bzw der angelgten Partitionen finden Sie zB im Verzeichnis »/dev/disk/by-uuid«:

# ls -l /dev/disk/by-uuid/
insgesamt 0
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:24 37210aca-b64b-4912-a888-b580cdbe206e -> ../../sdc1
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 627d8eee-576a-4d9d-8f26-41f149e7cb21 -> ../../sda6
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 777a7b3e-2a69-4daa-bf84-8dbdd4013fdd -> ../../sda1
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 9ee70678-64e2-4c43-bf3d-eaad07591d5c -> ../../sda7
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 b127e46f-10e8-4537-a1ed-7b8297d560cb -> ../../sda8
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 c7927db0-110f-44c8-a354-ac4e24d94a08 -> ../../sda9
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:21 c8950909-946a-4da5-9283-56adea8f2e6f -> ../../sda5
lrwxrwxrwx 1 root root 10  8. Nov 15:24 f839a1df-02d3-49e7-9b0b-27f0eb184005 -> ../../sdb1

Oder mit dem Kommando »blkid«:

# blkid 
/dev/sda1: UUID="777a7b3e-2a69-4daa-bf84-8dbdd4013fdd" TYPE="ext3" 
/dev/sda5: UUID="c8950909-946a-4da5-9283-56adea8f2e6f" TYPE="ext3" 
/dev/sda6: UUID="627d8eee-576a-4d9d-8f26-41f149e7cb21" TYPE="ext3" 
/dev/sda7: UUID="9ee70678-64e2-4c43-bf3d-eaad07591d5c" TYPE="swap" 
/dev/sda8: UUID="b127e46f-10e8-4537-a1ed-7b8297d560cb" TYPE="ext3" 
/dev/sda9: UUID="c7927db0-110f-44c8-a354-ac4e24d94a08" TYPE="ext3" 
/dev/sdb1: UUID="f839a1df-02d3-49e7-9b0b-27f0eb184005" TYPE="ext3" 
/dev/sdc1: UUID="37210aca-b64b-4912-a888-b580cdbe206e" TYPE="ext3"

Mit dieser »UUID« können Sie nun einen passenden Eintrag in der Datei »/etc/fstab« vornehmen. Da die Zuordnung bzw. der Symlink der »UUID« zu der Gerätedatei dynamisch beim initialisieren des Kernels erstellt wird, wandern die Gerätedateien mit den UUIDs mit, wenn dazwischen mal eine Platte wegfallen sollte:

/etc/fstab

.
.
.
UUID=37210aca-b64b-4912-a888-b580cdbe206e /pfad/zum/mountpoint ext3 rw,user 0 0

pronto 2012/11/14 15:41

tux/mkfs.txt (20219 views) · Zuletzt geändert: 2012/11/14 16:49 von wikisysop
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