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Spektralfotometer

Funktionsweise

Während die Densitometrie ein rein auf den Reproduktionsprozess bezogenes Messverfahren darstellt, ist die Spektralfotometrie ein offenes und prozessunabhängiges Verfahren, das objektive Werte liefert. Die spektralfotometrische Messung kommt überall dort zur Anwendung, wo Farbtöne eindeutig auf ihre Zusammensetzung hin beschrieben werden müssen. Ein Spektralfotometer misst Farbe, indem es Licht, das von einem Objekt reflektiert wird, in verschiedene Wellenlängen filtert, bewertet und aufzeichnet. Das Messgerät erhält Zahlenwerte, die das reflektierte Licht und somit die Farbe eindeutig charakterisieren. Die Werte ergeben die Spektraldaten, die als Spektralkurve dargestellt werden können. Ein Spektralfotometer misst das Licht an einer großen Anzahl von Punkten im gesamten Spektrum des sichtbaren Lichts. Hieraus resultiert eine spektrale Verteilungskurve (Remissionskurve). Jede Remissionskurve einer Farbprobe ist einzigartig wie ein Fingerabdruck.

Spektralfotometrische Messwerte

Das Spektralfotometer dient der verfahrensneutralen Farbbewertung zur Qualitätskontrolle über den gesamten Produktionsprozess. Alle Farben lassen sich korrekt und sicher regeln. Tonwertzunahmen werden auch bei Sonderfarben exakt erfasst. Bedruckstoffänderungen, Farbverschmutzungen und Metamerie können erkannt werden. Ändern sich die Lichtverhältnisse und damit der Farbton, kann das über das Spektralfotometer nachgestellt werden. Das Spektralfotometer kann Farbwerte für verschiedene Lichtverhältnisse berechnen. Es liefert nach entsprechender Umrechnung aus den Ausgangswerten CIEXYZ u.a. folgende Maßzahlen CIE xyY, CIE L*a*b*, CIE L*C*h, CIE L*u*v*, Farbabstandsmaße (Delta E*94, CMC). Die Messwerte stimmen weitestgehend mit dem visuellen Empfinden überein. Auch Dichtewerte und die daraus resultierenden Maßzahlen sowie der Weißgrad des Bedruckstoffes können mit dem Spektralfotometer erfasst werden.

Colorimeter

Colorimeter unterscheiden sich von Spektralfotometern für den Laien kaum. In beiden wird das von einem Körper (Vorlage, Bildschirm usw.) reflektierte oder remittierte Licht von einem Sensor erfasst. Die Lichtanteile werden durch 3 Filter (Rot, Grün und Blau) bewertet, die in ihrer Empfindlichkeit den Rezeptoren im Auge entsprechen. Die daraus errechneten Farbmaßzahlen sind ebenfalls die gleichen, nämlich L*a*b*- bzw. L*C*h-Werte nach CIE-Norm. (Commission Internationale de l’Eclairage = Internationale Beleuchtungskommission). Unterschiede gibt es dagegen bei der Datenverarbeitung, dh bei der Umwandlung der optischen Signale in Farbwerte. Im Spektralfotometer zerlegt statt Filter ein Monochromator das Licht spektral in kleine Wellenlängenbereiche (meist 10 bis 20 nm). Gemessen wird die Strahlungsintensität des reflektierten Lichtes, welches vom gemessenen Körper remittiert. Die Remissionswerte werden in Farbwerte bei einer zuvor definierten Lichtart umgerechnet.

Verwendung im Haus

Ugra/Fogra Medienkeil V.2
EFI XF ColorVerifier

In unserer Druckvortsufe verwenden wir zwei Spektralfotometer. Einmal im Proofsystem um zu ermitteln, ob unsere Proofs farblich in der Toleranz sind. Dafür wird mit jedem Proof ein Medienkeilkeil (Bild_01) mit ausgedruckt, welcher am EFI-RIP über das PlugIn Color Verifier vermessen und mit einem Referenzprofil (Hausprofil: CMYK Profil ⇒ ISOcoatedV2.icc) verglichen wird. Aus den Unterschieden zwischen Ist- und Sollergebnis errechnen die DeltaE bzw. DeltaH Werte, welche in bestimmten Toleranzen liegen müssen, um die Vorgaben der Fogra zu erfüllen (Bild_02).

Ein weiteres Spektralfotometer kommt bei der Kalibrierung der Bildschirme zum Einsatz. Dafür werden über eine Software verschiedene Farbfelder, deren Farbwerte bekannt sind, auf dem Display ausgegeben und vom Spektralfotometer gemessen. Aus der Differenz der Ist- und Sollwerte wird dann ein Monitorprofil erstellt, welches die Ausgabe der Farben auf dem Monitor korrigiert.

Ein wichtiger Wert beim Messen auf Papier, ist das Papierweiß. Wenn zB normale (Office) Papiere für konventionelle Laserdrucker vermessen werden, muss ein Spektralfotometer mit einem UV-Sperrfilter verwendet werden, da solche Papiere optische Aufheller enthalten, die beim Messen ohne UV-Sperrfilter zu viel Blau im Papierweiß erkennen und demnach die Messergebnisse verfälschen. Die ist zB bei den meisten Papiersorten so, welche wir in unserer Xerox DC 250 verwenden und somit auch im Papier der Produktion im Offset. Aus diesem Grund wird bei unseren Proofingsystemen ein spezielles Papier verwendet, welches ohne optische Aufheller auskommt.